Klasse 10

Klasse 10 a auf dem Weg der Erinnerung

Im März haben wir uns zusammen mit Frau Roth-Radyx und Frau Böhm auf den „Weg der Erinnerung“ gemacht. Er soll an die rund 5000 Männer aus 14 Nationen erinnern, die 1944/45 nach Leonberg deportiert wurden, denn dort gab es ein Konzentrationslager, das von der SS geführt wurde. Die Häftlinge mussten für die Firma Messerschmitt im Engelbergtunnel Tragflächen für Flugzeuge produzieren. Der Tod von 389 Häftlingen im KZ Leonberg ist nachgewiesen.
Mit Viehwaggons kamen die Häftlinge am Bahnhof Leonberg an und wurden dann über die Bahnhofs- und Seestraße zum Konzentrationslager getrieben. Frau Roth-Radyx erzählte, dass die Häftlinge immer auch am Haus ihrer Mutter vorbeikamen. Leute, die Mitleid mit den ausgehungerten Männern hatten, wurden von den SS-Wachmännern übel bedroht und schikaniert, sodass die Leute dann immer die Fensterläden zumachten, wenn neue Häftlinge vorbeigeführt wurden.
Wir mussten Schutzhelme aufsetzen und durften dann in die Tunnelröhre hinein. Dort sind heute interessante Schautafeln aufgehängt, die über das Schicksal der Häftlinge berichten. Als Frau Roth-Radyx mit einem Hammer auf ein Blechteil schlug, konnten wir uns gut vorstellen, welch entsetzlichen Lärm die Männer dort den ganzen Tag aushalten mussten.
Zum Abschluss lasen wir noch einige Lebensläufe von Häftlingen vor und steckten Rosen in die Gedenktafel. Wir waren ziemlich entsetzt, welch schreckliche Dinge so ganz in der Nähe unserer Schule passiert sind.

10a_Weg der Erinnerung

 

LERNCAMP 2017 KLASSE 10

Das Lerncamp gibt es nun seit zwei Jahren, es wurde von einer Gruppe von Teach First Mitgliedern gegründet. In diesem Jahr waren wieder 7 Schülerinnen und Schüler der August-Lämmle-Schule im Lerncamp in Hausen im Tal. Im Lerncamp haben Schülerinnen und Schüler von Schulen in Baden-Württemberg noch einmal die Möglichkeit sich intensiv auf die bevorstehenden Werkrealschulabschlussprüfungen vorzubereiten. Das Verfahren läuft so ab, dass die Schülerinnen und Schüler, die Interesse an diesem Lerncamp haben und sich auch wirklich verbessern wollen, ein Motivationsschreiben ausfüllen müssen und anhand dessen wird dann ausgesucht, welche Schülerinnen oder Schüler am Lerncamp teilnehmen dürfen. Sind die Schülerinnen und Schüler ausgesucht, fahren sie ins Lerncamp zum vorgegebenen Zeitpunkt. Dieses Lerncamp war vom 9.3 – 12.3. 2017. Am 9.3 war unsere Anreise. Wir hatten eine eigene Herberge, wo es relativ ruhig war, damit wir uns voll und ganz auf die Lerneinheiten konzentrieren konnten. Die Fächer, in denen es Lerneinheiten gab, waren Deutsch, Mathe und Englisch. Allerdings durfte man sich nur für zwei Fächer anmelden, da die Zeit im Lerncamp zu kurz war für alle drei Fächer. So sollte jede Schülerin und jeder Schüler entscheiden, welche zwei Fächer er am wichtigsten für sich findet, um dort noch einmal intensiv lernen zu können. In den Fächern gab es dann immer Lernblöcke, sie wurden in A und B eingeteilt. Einer fand nach dem Frühstück statt und der andere nach dem Mittagessen. Es gab Abendprogramme, die man zusammen gemacht hat, z.B. haben wir an einem Abend eine Nachtwanderung gemacht und im Wald angekommen, durften wir einzeln ein kleines Stück alleine laufen. Natürlich waren die Wege mit Laternen beleuchtet, somit wusste jeder, wo der Weg war. Am Ende des Weges gab es einen kleinen Platz mit Lagerfeuer und unsere Betreuer/innen hatten für uns Tee gemacht, da es ziemlich kalt war. Jeden Abend war um 22 Uhr Bettruhe, diejenigen, die noch lernen wollten, konnten zum Midnight-Learning. Das begann ab 22 Uhr und man konnte solange lernen, bis man fast eingeschlafen wäre. Wir hatten sehr viel Spaß im Lerncamp und haben vieles mit auf den Weg genommen. Es hat uns sehr viel geholfen und wir werden die Zeit wahrscheinlich nie vergessen. Am Tag unserer Abreise flossen einige Tränen, da viele von uns Freunde gefunden hatten. Es wollte alle noch länger bleiben, weil es ihnen so gut gefallen hatte. Die vier Tage im Lerncamp waren super und jeder würde sofort noch einmal mitmachen.
Janine, Klasse 10A

 

So eine Bücherei ist gar nicht so langweilig!

Ende Mai haben wir Zehner mit Herrn Haba und Frau Böhm eine Führung in der Stadtbibliothek Stuttgart gehabt. Erst hatten wir keine große Lust, aber als wir hörten, dass die Bücherei zu den schönsten in ganz Europa zählt, waren wir schon etwas gespannt. Das Gebäude ist ein großer, fast quadratischer Kasten und von außen ziemlich unscheinbar. Wenn man dann in den großen Innenhof tritt, ist man völlig überrascht und irritiert: ein völlig leerer riesiger Raum, kahle weiße Wände mit kleinen Fenstern, die fast wie Schießscharten aussehen.

10a_Stadtbibliothek

Erst wenn man in den ersten Stock kommt, sieht man, dass um diesen Innenhof herum Galerien mit unendlich vielen Büchern verlaufen. Jedes der 7 Stockwerke ist ähnlich gestaltet, es gibt eine Infoecke, viele Sitzgelegenheiten und man kann sich sogar Laptops ausleihen.
Unsere „Führung“ bestand darin, dass wir in Kleingruppen Tablets ausgeteilt bekamen und anhand von verschiedenen Suchaufgaben – wie bei einer Rallye – durch die Bibliothek geführt wurden.
Das hat richtig Spaß gemacht und am Schluss dachte wohl fast jeder: So eine Bücherei ist gar nicht so langweilig!

10a_Bibliothek.2

 

Was für tolle junge Menschen!!!

Die Pfingstferien waren um, die schriftlichen Prüfungen vorbei!
Ein gekürzter Stundenplan galt für die zehnten Klassen. Nun hieß es,
sich gut auf die mündlichen Prüfungen vorbereiten.
Die Ethikgruppe aber, die aus den beiden Klassen 10 a und 10b
besteht, hatte sich etwas vorgenommen.
Diese tollen jungen Menschen zogen ihr Projekt zur Unterstützung
des indischen Patenkindes der August – Lämmle – Schule noch
zusätzlich durch.
Glücklich die Schule, die solche Schülerinnen und Schüler hat.
Wir haben sie!!!!!!!!!!
E. Keller

10a_Patenkind

 

Berlinfahrt der Klasse 10
vom 10.-14. Juli 2017

Montag früh ging es endlich los. Wir trafen uns mit Frau Böhm und Herrn Haba am Bahnhof Leonberg und hatten das Glück, dass die Bahn von Stuttgart aus direkt nach Berlin fuhr. Am Berliner Hauptbahnhof (beeindruckend!) angekommen, ging es mit der S-Bahn zum A&O Jugendgästehaus Friedrichshain. Nachdem wir unsere Sachen in den uns zugeteilten Zimmern abgelegt hatten, ging es erst mal zum Vorratseinkauf für die nächsten Tage. Um 20 Uhr haben wir trotz der 7-stündigen Zugfahrt als erstes Highlight eine nächtliche Stadtrundfahrt mit dem 100er Linienbus unternommen und hatten einen ersten Eindruck von der riesigen Stadt.

Am nächsten Morgen mussten alle pünktlich um 8:00 Uhr zum Frühstück erscheinen. Danach fuhren wir mit der Bahn zur Friedrichsstraße und sind von dort zum Brandenburger Tor gelaufen, wo wir natürlich viele Fotos gemacht haben.

Kl.10_Berlin_BBTor

Auch einen Gang durch das riesige Holocaust-Mahnmal, das an die 6 Millionen ermordeten Juden erinnern soll, haben wir gemacht. Unser nächstes Ziel war das Sony Center am Potsdamer Platz. Anschließend fuhren wir nach Kreuzberg an den Landwehrkanal zum türkischen Markt, wo es von leckerem Obst bis zur Nagelfeile alles gab. Von hier aus ging es zur East Side Gallery, das ist eine bemalte 1,3 km lange Teilstrecke der ehemaligen Berliner Mauer entlang der Spree. Sie ist mit über einhundert Mauermalereien die längste Open-Air-Galerie weltweit. Nun hatten wir uns ein Eis von der besten Eisdiele Berlins redlich verdient. Am Abend haben wir das Musical „Der Glöckner von Notre Dame“ angeschaut. Zurück im Hostel waren alle sehr erschöpft, denn der Schrittzähler sagte uns, wir sind an diesem Tag 16 km gelaufen!

Kl.10_Berlin_Eis

Am Mittwoch mussten wir schon um 7:20 Uhr losfahren, denn wir hatten eine Führung im Bundestag! Nach strengen Sicherheitskontrollen durften wir auf die Besuchertribüne im Plenarsaal, wo uns alles ausführlich erklärt wurde. Danach hatten wir ein Gespräch mit dem Abgeordneten Richard Pitterle, dem wir auch persönliche Fragen stellen konnten. Er kommt aus dem Wahlkreis Böblingen und hat uns die Reise durch einen Fahrtkostenzuschuss ermöglicht. Beim anschließenden Gang auf die Kuppel des Reichstags hatten wir einen beeindruckenden Blick über ganz Berlin. Mit einem leckeren Mittagessen im Abgeordnetenhaus beendeten wir den Besuch und fuhren zur Gedächtniskirche und zum Ku’damm, wo wir dann erst mal Freizeit hatten. Am Spätnachmittag sind wir zum Hostel zurückgefahren, um uns für den Discobesuch im bekannten „Matrix“ schick zu machen. Wir hatten einen tollen Abend, an dem wir gemeinsam getanzt und gelacht haben. Frau Böhm hat mit uns mitgetanzt und besonders lustig war es, als André in der Disco eingeschlafen ist.

Kl10 Berlin_Reichstag

Der Donnerstag fing ganz entspannt und ausgeschlafen an. Nach dem leckeren Frühstück hatten wir eine Führung durch das Otto-Weidt-Haus in den Hackeschen Märkten. Otto Weidt hatte eine Bürsten- und Besenwerkstatt, in der er in der Nazizeit blinde jüdische Mitarbeiter beschäftigte und viele von ihnen dann versteckt und vor dem KZ gerettet hat. Danach haben wir einen Stadtrundgang im ehemaligen Osten gemacht. Am meisten hatten wir uns aber auf den Schokoladenladen am Gendarmenmarkt gefreut. Ein Paradies von Schokolade – Wahnsinn! Um 16 Uhr trafen wir uns alle wieder an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Gemeinsam fuhren wir mit der Straßenbahn nach Hohenschönhausen zum ehemaligen Stasi-Gefängnis. Dort erwartete uns unser Führer, der selbst als Häftling dort einsaß. Es war sehr spannend und interessant. Er hat es so erzählt, dass man etwas mitfühlen konnte- einfach toll! Wir waren alle total begeistert und haben ihm dann noch viele Fragen gestellt. Zum Abschluss der Fahrt haben wir einen schönen Abend gemeinsam verbracht.
Am Freitag mussten wir schon um 7:30 Uhr fertig für die Heimfahrt sein – ganz schön stressig! Mit unserem ganzen Gepäck haben wir uns in den überfüllten Bus gequetscht und sind zum Bahnhof gefahren. In Hannover hatte unser Zug dann schon so viel Verspätung, dass wir den Anschlusszug nicht mehr bekommen konnten. Deshalb sind wir dann bis Köln sitzen geblieben und dort in einen ICE gestiegen, in dem wir dann aber keine reservierten Sitzplätze mehr hatten. Um 17 Uhr kamen wir dann endlich in Leonberg an. Wir fanden, dass die Woche sehr abwechslungsreich und toll gestaltet war.