Schülerstreitschlichtung

Seit dem Schuljahr 2006/07 gibt es an der August-Lämmle-Schule die Schülerstreitschlichtung. Die Schülerstreitschlichter-AG besteht aus ausgewählten Schüler/innen der Klassenstufen 6-10.

Unsere aktuellen StreitschlichterInnen 2013:

Streitschlichter_2013-14

Nach einer Grundausbildung über zwei Tage und monatlichen begleitenden Nachmittagsveranstaltungen bieten die Schüler/innen ihre Hilfe in den großen Pausen und auf persönliche Anfrage an. Ebenfalls übernehmen sie Pausen-Patenschaften für jüngere Schüler/innen, die somit konfliktfreie Pausen erleben dürfen.

Erkennbar sind die Streitschlichter/innen an ihrem roten T-Shirt mit weißem Aufdruck, das in Eigenregie entworfen wurde.

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Der Jugendsozialarbeiterin Herr Werner Zereg, die Religionspädagogin Frau Pecher und der Klassenlehrer Herr Hein zeichnen für die Arbeit der Schülerstreitschlichter/innen verantwortlich.

Sie stehen darüber hinaus auch für Einzelkonflikte und deren Lösungsfindung zur Verfügung. Die beiden Damen sind ausgebildete Mediatorinnen und Herr Hein verfügt über eine Grundausbildung. Somit haben die Jungen und Mädchen eine qualifizierte Begleitung und Anleitung.

Das Konzept der “Schülerstreitsschlichter/innen – Ausbildung” wurde von Frau Pecher und Frau Schüller-Tietze erarbeitet und wird von Jahr zu Jahr den Gegebenheiten angepasst. Zwischenzeitlich wurden bereits vier Streitschlichter/innen – Generationen ausgebildet und während ihrer Tätigkeit begleitet.

Nach zwei Jahren erfolgt ein Wechsel. Somit erhalten immer wieder neue Schüler die Chance, in diese anspruchsvolle und verantwortliche Aufgabe hineinzuwachsen. Zum Schulahresende erhalten die Streitschlichter/innen ein Zertifikat, das sie bei Bewerbungen ihren zukünftigen Lehrherren und Lehrfrauen vorlegen können. So haben einige unserer SchülerInnen dadurch eine reele Chance bei ihrer Berufsfindung erhalten.

An der August Lämmle Schule gibt es seit Februar 2005 das Ehrenamt der Schülerstreitschlichter.

Sie übernehmen in den Pausen die Regelung kleinerer Konflikte, unterstützen auf Anfrage die jüngeren Schüler/innen und begleiten und helfen als „Paten“ Kindern, die sich im Umgang mit anderen immer wieder schwer tun. Dazu werden sie von der zuständigen Klassenlehrerin/ dem zuständigen Klassenlehrer angesprochen und um ihre Mithilfe gebeten.

Um ihre vielfältigen, verantwortungsvollen Aufgaben erfüllen zu können, erklären sich die Jugendlichen bereit, an einem zweitägigen, außerhalb der Unterrichtszeiten stattfindenden Ausbildungskurs (Freitag-Nachmittag und Samstag) und den sich stets wiederholenden Schulungen teilzunehmen.

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STREITSCHLICHTERin werden – aber wie?

  1. Jede Schülerin und jeder Schüler ab der Klassenstufe 6 kann für die Aufgabe des Schülerstreitschlichters/schlichterin ausgewählt werden.

  2. Diese Aufgabe ist ein Ehrenamt und verlangt von den Jungen und Mädchen soziales Engagement, Mut und Zivilcourage.

  3. SchülerstreitschichterInnen können nicht für das Amt der/ des Klassensprecherin/ Klassensprechers kandidieren. Davon ausgenommen ist die Aufgabe des Schülersprechers/ der Schülersprecherin.

  4. Aus jeder Klasse eines Jahrgangs werden jeweils ein Junge und ein Mädchen benannt.

  5. Sollte sich in einer Klasse keine Pärchen finden, dann kann diese Aufgabe auch von zwei Jungen oder zwei Mädchen übernommen werden.

  6. Die Schulsozialarbeiterin, die die Jugendlichen aus ihrer sonstigen Tätigkeit kennt, und ihre Mitarbeiter überlegen miteinander, welche Schülerinnen und Schüler in den zur/zum StreitschlichterInnen ausgebildet werden soll.

  7. Die Schulsozialarbeiterin informiert dann die/ den verantwortliche(n) Klassenlehrer(in) über die getroffene Wahl.

  8. Die SchülerInnen werden im Juli über ihre Auswahl informiert und gefragt. Danach erhalten die Eltern diese auch schriftlich.

  9. Die verbindliche Zusage der Jugendlichen und die Unterschrift der Eltern muss bis spätestens letzter Schultag vor den Sommerferien vorliegen.

  10. Die Jugendlichen beginnen ihre Tätigkeit mit einer Grundausbildung, die außerhalb der Unterrichtszeiten erfolgt. (Freitag Nachmittag und Samstag – ganztägig = 1 ½ Tage)

  11. Hierzu ergeht noch einmal eine besondere Einladung.

  12. Nach dieser Grundausbildung erhalten die Jungen und Mädchen das „rote T-Shirt“ und beginnen ihre Arbeit.

  13. In regelmäßigen Abständen von ca 4-6 Wochen trifft sich die Gruppe der Schülerstreitschlichter nachmittags zwei Stunden zum Erfahrungsaustausch und zu weiteren Schulungen.

  14. Die regelmäßige Teilnahme, das konstante tragen des“roten T-Shirts“ , so wie ein stetes Bemühen um ein konfliktfreies Verhalten ist Voraussetzung für das Zertifikat, das am Ende des Schuljahres in einer Schülerversammlung überreicht wird.

  15. Die Jungen und Mädchen erhalten darüber hinaus ein weiteres Zertifikat über die Teilnahme an der Grundausbildung zum Schülerstreitschlichter/ zur Schülerstreitschlichterin.

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Das Ausbildungsprogramm

Das Ausbildungsprogramm wurde von Frau Schüller-Tietze und Frau Pecher erarbeitet. Vor und nach jedem Grundkurs wird dieses auf seine Aktualität hin überprüft und ergänzt oder verändert. So können die sich immer wieder verändernden Einsatzbedingungen im. Tätigkeitsfeld der SchülerstreitschlichterInnen schnell berücksichtigt und eingearbeitet werden. Neue, wissenschaftliche Erkenntnisse werden gleichermaßen beachtet und berücksichtigt.

Einige inhaltliche Schwerpunkte:

  • Streit – Konflikt – Gewalt?
  • Sensibilisierung für Konfliktsituationen
  • Konfliktintervention
  • Konfliktklärung
  • Rollenverständnis
  • Empathie-Übungen
  • Selbstreflexion
  • Einüben konfliktfreien Verhaltens